GAMMAF sanktionierte MMA Live Event

GAMMAF sanktionierte MMA Live Event

Weit über 1.200 Zuschauer besuchten am 09. September den zweiten MMA-Live-Event in Dresdens Margon Arena. Auf dem Programm standen 13 Fights mit Kämpfern aus ganz Europa und Lokalmatadoren der beiden Heimteams Gladiator MMA und MMA Dresden.

IMG_2758Ob in gediegener Atmosphäre am exquisit gedeckten VIP-Tisch direkt am Cage oder mit freier Sicht auf das Geschehen von oben, von einem der vielen Tribünenplätze aus – mehr als 1.200 Zuschauer besuchten am vergangenen Wochenende die zweite Auflage der Premium-Kampfsportveranstaltung MMA Live in der Dresdner Margon Arena.

Geboten wurde dort neben einer atemberaubenden Lichtshow, super Stimmung und einem fesselnden Rahmenprogramm natürlich vor allem eines: spektakuläre Wettkämpfe mit Top-Athleten aus ganz Europa, die durch sportliche Höchstleistungen und viele faire Gesten gezeigt haben, wofür die noch junge Sportart Mixed Martial Arts (deutsch: gemischte Kampfkünste) steht: Respekt und Disziplin. Dass viele der heimischen Kämpfer dazu noch erfolgreich aus ihren Duellen hervorgingen, freute das anwesende Publikum natürlich umso mehr.

Gute Nachrichten für Kampfsportfans: Schon am 09. Dezember geht es weiter mit MMA Live in Dresden. Dann in der nagelneuen Ballsportarena, erstmals mit Europameisterschaftskämpfen der Amateure und, wie immer, hochklassigen Profi-Duellen. MMA Live – Kampfsport in Reinkultur!

Die Ergebnisse von MMA Live am 09. September 2017:

Leider dauerte der im wahrsten Sinne des Wortes große Hauptkampf des Abends nicht so lange, wie viele Zuschauer sich das erhofft hatten. Die beiden gigantischen Schwergewichte Sergei Fediainov und Zoirjon Pirov begannen nämlich äußerst vielversprechend. Nach einer Linken von Fediainov öffnete sich jedoch schnell ein Cut am Auge Pirovs, der deshalb kurz darauf im Clinch auf dem Unterarm seines Gegners abklopfte.

Lokalmatador Alisher Abduloev holte sich an selber Stelle vor fast genau einem Jahr den Deutschen Meistertitel der Amateur. Nun überzeugte er bei den Profis mit einem vorzeitigen Sieg über den Spanier Roger Blanque. Der attackierte zunächst spektakulär mit variablen Kicks in bester Taekwondo-Manier, wurde von Abduloevs knallharter Linken aber bald mehrmals zu Boden befördert, dort aus der Top-Position kontrolliert und im zweiten Durchgang schließlich per Guillotine Choke aus der Half-Guard zur Aufgabe gebracht.

Das längste, aber wohl auch einseitigste Duell des Abends lieferten sich Sasha Belov und Max Handanagic. Der Barcelonese Belov schaffte es über drei Runden, den Tschechen mit einfachem, aber effektivem Kickboxen auszupunkten und landete immer wieder harte Treffer. Der deutlich größere Handanagic hatte zudem Probleme, den Spanier zu Boden zu bringen, so dass es ihm schnell an offensiven Optionen mangelte. Nach drei eindeutigen Runden kürten die Punktrichter Belov zum Sieg.

Im Mittelgewichtsduell zwischen dem Tschechen Zdenek Polivka und Ireneusz Strawa verpasste letzterer das Gewichtslimit von 84 Kilogramm um ganze 3,9 Kilo – und wurde dafür mit einem Punktabzug bestraft. Der spielte am Ende aber gar keine Rolle, weil Polivka den wild stürmenden Polen ohnehin in der ersten Runde mit Ground and Pound stoppen konnte.

Ein unbefriedigenderes Ende hatte das Duell zwischen dem Serben Strahinja Milovanovic und dem Dresdner Kurosh Derikvand. Nach einem gescheiterten Beinhebel-Versuch von Leglock-Spezialist Milovanovic konnte sich Kurosh dessen Rücken sichern und versuchte, per Crossface Platz für einen Rear-Naked-Choke zu schaffen. Dabei griff er Milovanovic jedoch versehentlich ins Auge – und zwar so schwer, dass der nicht mehr weitermachen konnte. Der Kampf endete daraufhin in einem No Contest.

Pechvogel des Abends war ohne Zweifel Herman Kungu, der nach sieben Niederlagen in Folge kurz davor war, endlich wieder Siegerluft zu schnuppern, und Lokalmatador Abubakr Sabirow mit einer krachenden Rechten kurz vor Rundenende zu Boden beförderte. Als Referee Marco Broersen dazwischenging, begann Kungu bereits zu jubeln. Doch zu früh gefreut: Broersen hatte nur das Rundenende signalisiert, nicht etwa einen vorzeitigen Sieg für den Spanier. Der erholte sich von dem Schock nicht mehr und konnte zur zweiten Runde nicht anzutreten. Die Ringärzte stellten einen Puls von 192 fest und transportierten Kungu per Trage aus der Arena. Sieger durch verbale Aufgabe war damit Abubakr Sabirow.

Nach fünf Jahren Pause und einer Niederlage beim Comeback im Juni, konnte der Serbe Dalibor Zetko gegen Honza Kubik nun endlich wieder einen Sieg einfahren. Nach einem Single-Leg-Takedown von Kubik gelang Zetko der Sweep, so dass er nach einigem Gerangel in der Mount und schließlich Backmount landete. Eine Choke-Versuch verteidigte der Tscheche jedoch und drehte sich in die Guard. Nach sehenswertem Hin und Her, inklusive Submissionversuchen Zetkos, landete Kubik bei einem Takedown direkt in der Guillotine und musste kurz vor Ende der ersten Runde abklopfen.

Lose Rowan Martin Rioja hatte gegen den Berliner „Butcher“ Ebrahim Hosseinpoor das vereinbarte Catchweight von 79 Kilogramm um 3,3 Kilo verpasst und wurde daher auch mit einem Punktabzug bestraft. Auswirkungen hatte das am Ende jedoch ebenfalls nicht, Hosseinpoor klingelte den Spanier nämlich mit einer Serie von Aufwärtshaken an, konterte schließlich einen missglückten Single-Leg-Versuch und beendete den Kampf mit Schlägen aus der Mount.

Nach wildem Start von Juan Arbelo Cabrera, der von Beginn an im Stand gehörig Druck machte, gelang es Lokalmatador Muslim Ahmadov schließlich, den Spanier zu Boden zu bringen und dort per Guillotine Choke zur Aufgabe zu zwingen.

Football-Profi Enrico Martin – ehemals Wide Receiver bei den Dresden Monarchs und inzwischen Defensive Back bei den Swarco Raiders in Innsbruck – wollte vor heimischem Publikum ein triumphales Debüt im MMA-Sport feiern, doch es hat nicht sollen sein. Zwar stürmte der 29-Jährige mit wilden Schwingern nach vorn, wurde jedoch nach nur wenigen Sekunden von Gegner Petr Kubik per Hüftwurf zu Boden gebracht und dort mit Ground and Pound finalisiert.

Mit Josef Uhlig stieg der erste Dresdner Lokalmatador in den Käfig und suchte gegen Jaroslav Kunc immer wieder den Clinch, wo er mit Dirty Boxing und Kniestößen zum Körper zwar Akzente setzen konnte, kräftemäßig aber deutlich unterlegen war, so dass die Clinch-Duelle über weite Strecken vom Tschechen kontrolliert wurden. Gegen Ende der zweiten Runde gelang Kunc schließlich ein Takedown, und gegen den erschöpften Uhlig hatte er keinerlei Probleme, erst in die Half-Guard und schließlich in die Mount aufzusteigen, und den Kampf von dort mit Schlägen zu beenden.

Der Spanier Joel Navarro Gomez begann gegen Jakub Slambor äußerst stark, kontrollierte den Cage und trieb den Tschechen immer wieder in Richtung Käfigwand, wo er ihn mit langen Händen stellte. Doch Slambor behielt die Fassung und beförderte Gomez per Hüftwurf zu Boden, wo er das Geschehen weitestgehend kontrollierte. Aus der ersten Runde gelernt, suchte Slambor zu Beginn der zweiten sofort erneut den Takedown und beendete den Kampf am Boden mit Ground and Pound.

Im Opener des AbendFullSizeRenders – einem A-Jugend-Duell – konnte sich der Berliner Iliyan Boyanov mit seinem Kopfschutz nicht mehr aus einer Guillotine des Spaniers Liam Arjona befreien und musste schon im ersten Durchgang abklopfen.

Die Ergebnisse im Überblick:

Hauptprogramm (Profi-Regeln)

Sergei Fediainov bes. Zoirjon Pirov via Submission (Schläge) in nach 0:42 Rd. 2

Alisher Abduloev bes. Roger Blanque via Submission (Guillotine) nach 1:29 in Rd. 2

Sasha Belov bes. Max Handanagic einstimmig nach Punkten

Zdenek Polivka bes. Ireneusz Strawa via T.K.o. nach 4:15 in Rd. 1

Strahinja Milovanovic vs. Kurosh Derikvand endete im No Contest

Abubakr Sabirov bes. Herman Kungu via verbal Submission nach 0:00 in Rd. 2

Dalibor Zetko bes. Honza Kubik via Submission (Guillotine) nach 4:47 in Rd. 1

Ebrahim Hosseinpour bes. Lose R. M. Rioja via T.K.o. nach 2:15 in Rd. 1

Muslim Ahmadov bes. Juan Arbelo Cabrera via Submission (Guillotine) nach 1:18 in Rd. 1

Vorprogramm (Sem-Pro-Regeln)

Petr Kubik bes. Enrico Martini via T.K.o. nach 0:48 in Rd. 1

Jaroslav Kunc bes. Josef Uhlig via T.K.o. nach 4:09 in Rd. 2

Jakub Slambor bes. Joel Navarro Gomez via T.K.o. nach 1:01 in Rd. 2

Jugend-Kampf (Amateur-Regeln)

Liam Arjona bes. Iliyan Boyanov via Submission nach 4:28 in Rd. 1

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