Striking-MMA ins richtige TV bringen

Striking-MMA ins richtige TV bringen

Interview mit Integra-Chef Wladimir Schwarz und UWMMA-Vorstand Adrian Bakos

Am 16. November wird Trier ein wahres MMA-Wunder erleben, wenn die Gladiatoren bei der 14. Auflage der Integra Fighting Championship (IFC) ein Kampfsport-Feuerwerk abbrennen. Wir berichteten bereits im Vorfeld über einige anstehende Duelle und heute legen wir ein besonderes Augenmerk auf den Veranstalter und den Verband hinter Integra FC sowie die neue Disziplin Striking-MMA. Hierzu sprachen wir mit Integra FC-Macher Wladimir Schwarz und dessen Kollegen, dem Vorstand des Profiverbandes UWMMA, Adrian Bakos.

GFN: Hallo ihr beiden, viele unserer Leser kennen zwar Integra FC, aber nicht die Personen dahinter. Stellt euch bitte vor.

Wladimir Schwarz: In erster Linie bin ich Trainer und Gründer einer Kampfsportschule in Wittlich, Integra Fight. Zudem bin ich auch Veranstalter der Reihe Integra FC und im Vorstand der GAMMAF.

Adrian Bakos: Ich bin der Vorstand der UWMMA (United World Mixed Martial Arts Organization). Wir gründeten diesen Verband vor einem Jahr und sind der erste Profiverband im MMA. Zwar gibt es zwei weitere Verbände im MMA, allerdings beschränken diese sich auf den Amateurbereich. Wir wollen damit einfach den Sport professionalisieren. Außerdem bin ich der Präsident der GAMMAF, das ist unser nationaler Partnerverband für den Amateurbereich.

„Beim Sport interessiert mich keine Religion, Politik“

Es gibt mittlerweile viele Eventreihen in Deutschland. Woran unterscheidet sich die Plattform IFC von den anderen?

Schwarz: Ich hatte den Wunsch, hier in meiner kleinen Provinzstadt Wittlich, eine Veranstaltung zu organisieren, wo meine Jungs kämpfen können und auch Zuschauer, die nichts mit dem Sport zu tun haben, aber trotzdem interessiert sind, ein Ambiente vorfinden, in dem sie sich wohlfühlen können. Beim Sport interessiert mich keine Religion, Politik, Landeszugehörigkeit oder sonst etwas. Jeder soll sich wohlfühlen können und keine Klischees bestätigt bekommen. Und das kommt zum Glück an.

Bakos: Damals haben wir zusammengesessen und haben überlegt, wie wir eine gute Basis für eine Profiarbeit bilden können. Wir wollten den Kämpfern eine Möglichkeit bieten sich in einem geschützten Bereich zu versuchen. Wer zwei Amateurkämpfe macht, kann nicht sofort ein Profi sein. Ein Profi ist jemand, der vom Sport leben kann. Es gibt nur wenige, die sich wirklich Profis nennen dürfen. Bei unseren Grand Prix treten Athleten von überall an und messen sich. Es sind Amateure oder Newcomer, die auf ihre Profilaufbahn vorbereitet werden. Das ist uns ein wichtiges Anliegen.

Grand Prix´s werden von den Zuschauern gerne gesehen.

Bakos: Absolut, es gibt sozusagen eine Story hinter den Kämpfern. Auch die PFL glänzt ja gerade mit diesem System. Wir profitieren nicht davon, aber geben den Jungs die Möglichkeit zu kämpfen, ohne gleich ihre Sherdog-Bilanz kaputt zu machen. Ein Kämpfer, der quasi durch unsere Hände ging, ist Loik Radzhabov. Er steht jetzt im Finale der PFL und kämpft um eine Millionen Dollar.

Und dann gibt es Striking-MMA.

Striking-MMA Duell in Trier

Bakos: Zu Striking MMA muss gesagt werden, dass wir viele gute Kämpfer haben, die im MMA antreten wollen, aber die Umstellung vom K1 zu MMA enorm ist. Viele Sportler aus Kampfsportarten mit Schwerpunkt auf Schläge und Tritte, wie Beispielsweise Thaiboxen, Kickboxen, Sanda oder auch klassisches Boxen, haben Interesse und den Ehrgeiz sich auf Wettkampfebene mit den kleineren MMA-Handschuhen zu messen. Die meisten von diesen Sportlern scheuen jedoch den sportlichen Vergleich im reinen MMA, da die Regeln und Bewertungen im MMA zu zwei Dritteln die ringerisch orientierten Sportarten bevorzugen. Wenn der Kampf einmal auf den Boden verlagert wurde, haben die Ringer klare Vorteile und die Standkämpfer bekommen nahezu keine Chance mehr mit ihren Mitteln den Kampf zu gewinnen.

„Striking-MMA ist spannend und leicht zu verstehen“

Welchen Vorteil hat Striking-MMA gegenüber dem klassischen Mixed Martial Arts?

Bakos: Fernsehanstalten haben extreme Schwierigkeiten den “normalen” Fan für das MMA mit seinem komplexen Bodenkampf zu begeistern. Es gehört eine Menge Fachwissen dazu die Kunst in diesem Teilbereich des MMA zu erkennen bzw. zu genießen. Aus diesem Grund empfindet die breite Masse der Zuschauer MMA-Kämpfe mit hohem Anteil an Bodenkampf als langweilig. Weiterhin erlauben viele Länder keine Übertragungen von MMA im Fernsehen oder belegen die Ausstrahlung von MMA-Events mit hohen Auflagen zum Jugendschutz, späte – und damit unattraktive – Sendezeiten etc.

Diese Restriktionen erschweren den Fernsehsendern die Suche nach Sponsoren und attraktiven Werbepartnern. Für alle diese Umstände und Anforderungen bietet Striking-MMA die perfekte Lösung. Aktionsreicher, schneller und hochwertiger Standkampf, kombiniert mit spektakulären Würfen und Takedowns. Es ist zuschauerfreundlich, spannend und leicht zu verstehen. Es findet kaum Bodenkampf oder langes Clinchen bzw. Ringen statt. Kein Schlagen oder Treten auf einen auf dem Boden liegenden Gegner. Dadurch ist Striking-MMA eine moralisch nicht verwerfliche Sportart und absolut medientauglich.

„Natürlich wollen wir Striking-MMA ins richtige TV bringen“

Euer Ziel ist es, Strinking-MMA ins Fernsehen zu bringen?

Bakos: Natürlich wollen wir Striking-MMA ins richtige TV bringen. Damit meinen wir große Sender mit attraktiven Sendezeiten. Nehmen wir Kämpfer mit großen K1 Namen, die können und wollen nicht im MMA auf dem höchstem Niveau kämpfen. Diese Kämpfer haben bereits Reichweite im TV, Sponsoren und auch eine breite Fan-Base. Im MMA können die das nicht nutzen. Das ganze Regelwerk im Striking-MMA ist auf aktionsgeladene Kämpfe ausgerichtet. Ob Striker, Ringer oder Grappler, alle haben ihre Siegeschancen und können ihre Stärken fair verteilt ausleben.

Schwarz: Wir bieten Striking MMA auch im Amateurbereich oder für Newcomer an. Dann wird dreimal drei Minuten gekämpft. Auch hier ermöglichen wir den Kämpfern, sich in diese Variante einzufinden. Beispielweise wird Berat Aliu bei der nächsten IFC Veranstaltung dreimal drei Minuten kämpfen. Er und sein Gegner kommen beide aus dem K1. Die Jungs werden ordentliche Schläge untereinander austauschen. Es sind auch Paarungen zwischen Kämpfern mit einem Grappling-Hintergrund gegen Jungs aus dem K1 für Trier geplant. Das verspricht einen spannenden Vergleich der Stile im Striking-MMA.

„Bekannte Veranstaltungsreihen möchten Striking-MMA austragen“

Und ihr nutzt keinen Käfig, sondern einen RAGE.

Der RAGE von IFC

Schwarz: Genau, bei IFC werden die Kämpfe traditionell im Rage ausgetragen. Diese Mischung aus Cage und Ring ist für die Zuschauer eine spannende Variante. In Europa gibt es das nur bei uns.

Wie ist das öffentliche Echo bislang auf Striking-MMA?

Bakos: Striking-MMA hat bereits das Interesse in anderen Ländern bzw. bei großen Promotions geweckt. Bekannte Veranstaltungsreihen im Ausland möchten Striking-MMA bei sich austragen. Da aktuell laufende Verhandlungen stattfinden, können bzw. dürfen wir noch hier jetzt noch nichts genaueres sagen. Striking-MMA hat definitiv das Potenzial ganz groß zu werden.

Vielen Dank für das Interview

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Wir konnten Striking-MMA bereits live miterleben und waren begeistert. Wer sich selbst ein Bild von dieser spektakulären Disziplin machen möchte, sollte am 16. November nach Trier reisen und sich Integra FC 14 nicht entgehen lassen.

Und wer mehr über das Regelwerk von Striking-MMA erfahren möchte, kann unter folgendem Link die Regeln direkt beim Verband herunterladen: http://uwmma.org/striking-mma-rules/

Das Interview mit Wladimir Schwarz und Adrian Bakos führte Momo Sa

Nachrichtenquelle:

https://www.germanfightnews.com/interview-mit-den-ifc-machern-striking-mma-ins-richtige-tv-bringen/?fbclid=IwAR2e-xLgDcr038POR9Q8nBkUjCfT81iqAx-EkyyVMQolKA5UxHrr8QrDqYk

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